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14. Stimmwercktage 2018: Musica Divina

Die Musik

Proskesche Musikabteilung_Notenbeispiel

Die Proskesche Musikabteilung der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg (RISM-Sigel: D-Rp) gilt als eine der zentralen musikalischen Altbestandssammlungen in Deutschland. Den Grundstock legte der Mediziner, Theologe und Musikforscher Carl Proske (1794–1861) mit einer über drei Jahrzehnte seines Lebens zusammengetragenen Sammlung wertvollster Musikalien. 

Mit Dr. Carl Proske nahm in Regensburg jene wichtige Reformbewegung der Kirchenmusik ihren Ausgangspunkt, die später als Cäcilianismus in die Musikgeschichte einging und dessen Erbe bis heute nachklingt. Aus der bedeutenden "Proske-Sammlung" (und der großen vierbändigen Edition mit Meisterwerken der Renaissance, die Proske unter dem Titel "Musica Divina" veröffentlich hat) singen die Stimmwercker eine erlesene Auswahl von Kompositionen.

Proskes erklärtes Ziel war es, einer Verselbstständigung der Musik innerhalb der Messfeier entgegenzuwirken und die gottesdienstliche Musik wieder aufs engste mit der Liturgie zu verknüpfen. Das Verständnis von Musik als integrierender Bestandteil der Liturgie auf der Grundlage des Gregorianischen Gesangs und der altklassischen Vokalpolyphonie war seine Maxime. Die Werke vor allem von Palestrina und Orlando di Lasso erhob er zum ästhetischen Ideal. Proske initiierte damit eine kirchenmusikalisch-liturgische Reform, die in die Bewegung des Regensburger Cäcilianismus einmündete und die so genannte „Regensburger Tradition“ begründete, der noch heute die Regensburger Domspatzen verpflichtet sind. 

Proskes Musiksammlung

Um sein Ziel erreichen und das hierzu erforderliche musikalische Material bereitstellen zu können, unternahm Proske in den Jahren 1834 bis 1838 drei Studienreisen nach Italien (Rom, Neapel, Bologna, Florenz, Pistoia, Venedig). Dort arbeitete er in Archiven und Bibliotheken an der Erstellung von Abschriften aus Chor- und Stimmbüchern. Er bemühte sich außerdem, alte Musikdrucke und -handschriften des 16. bis 19. Jahrhunderts sowie Theoretika und Choralia in Antiquariaten des In- und Auslands zu erwerben. Bereits um 1829 hatte er die historischen Musikalien (Antiquitates Ratisbonenses) aus der aufgelösten reichsstädtischen Lateinschule Regensburgs, dem Gymnasium Poeticum, gekauft. Seine aus Privatmitteln finanzierte Musiksammlung vermachte der am 20. Dezember 1861 gestorbene Musikforscher testamentarisch dem Regensburger Domkapitel. Viele der von Proske spartierten oder erworbenen Musikalien sind heute unikat in der Bischöflichen Zentralbibliothek überliefert.

 





 

Text- und Bildabdruck mit freundlicher Genehmigung derProskeschen Musikabteilung

http://www.bistum-regensburg.de/kunst-kultur/dioezesanbibliothek/proskesche-musikabteilung/